Tuesday | 24. January 2012

„O wie fühl ich mich in Rom so froh!“

Eine Gruppe von Studierenden des Fachs Kulturjournalismus der MHMK München begab sich geradewegs an die Wiege der europäischen Kultur und machte vom 9. bis 13. Januar 2012 eine fünftägige Exkursion in die italienische Hauptstadt.


Das deutsche Wort Kultur leitet sich vom lateinischen „cultura“ ab. Ursprünglich war damit die Kultur des Ackerbaus gemeint: Auch Felder werden ja „kultiviert“. Und Ackerbauern waren es, die im 8. Jahrhundert v. Chr. den Stadtstaat Rom gründeten und von hier aus die wesentlichen Kulturmerkmale in den Rest Europas exportierten: das Alphabet, die Literatur, die Architektur, das Währungssystem, die Religion. Grund genug, um die Vorlesung „Grundlagen des Kulturjournalismus“ nach Rom zu verlegen.

 

Schon die Ankunft am ersten Abend war ein Abenteuer: Übernachtungslocation war eine römische Villa mit eigenem Park, direkt an der antiken römischen Stadtmauer. Der zweite Tag führte die Studierenden an die wesentlichen „punti caldi“ (Italienisch für: Hotspots, zu Deutsch: Sehenswürdigkeiten).  Der dritte Tag galt dem katholischen Rom, sprich: die „Musei Vaticani“ und Radio Vatikan, wo Gudrun Sailer, Redakteurin im deutschsprachigen Programm des Senders, die Jungjournalisten darüber aufklärte, wie sich kritischer Journalismus zum Auftrag verhält, die „frohe Botschaft“ der Christenheit zu verkünden. Am vierten Tag begaben sich die angehenden Kulturjournalisten ins deutsche Kulturinstitut „Villa Massimo“, wo Direktor Dr. Joachim Blüher durch die Geschichte, den Park und die Studios und Ateliers dieser einmaligen Institution führte. In der „Associazione della Stampa Estera“, der Vereinigung der Auslandspresse in einem Gebäude des italienischen Außenministeriums trafen die Journalistik-Studierenden außerdem auf Udo Gümpel, den Italien-Korrespondenten von RTL und n-tv, der in schillernder Art über seinen Berufsalltag und das verrückte Leben eines Fernsehjournalisten in der ebenso verrückten italienischen Medienlandschaft berichtete. Der letzte Tag der Exkursion schließlich führte noch einmal an die Wurzeln der Stadt, in die Antike. Auf dem Aventin, einem der klassischen sieben Hügel, besichtigten die Studierenden eine der ältesten überhaupt erhaltenen Kirchen der Christenheit, die Santa Sabina. Und im Portikus der Kirche Santa Maria in Cosmedin konnten die Studierenden die journalistische Nagelprobe machen: In die „bocca della veritá“ darf nur der unbeschadet seine Hand stecken, der immer die Wahrheit gesagt (oder geschrieben) hat!

 

Ein ausführlicher Bericht der Romexkursion mit vielen Fotos ist hier im MHMK-Journalismus-Blog zu lesen ...

 

Organisiert hat die außergewöhnliche Lehrveranstaltung Prof. Dr. Hektor Haarkötter, der am MHMK-Campus München Kulturjournalismus lehrt. Haarkötter hat selbst lange in Rom gelebt und gearbeitet und konnte seine guten Kontakte in der „ewigen Stadt“ nutzen. Zum Ende der Reise konnten die Studierenden nachempfinden, was Johann Wolfgang Goethe meinte, als er ausrief: „O wie fühl ich mich in Rom so froh!“ (mhr/sis)

Kulturjournalistik-Studierende mit Prof. Haarkötter vor dem Petersdom ...

... vor der berühmten „Villa Massimo“ ...

und bei der journalistischen Nagelprobe mit der Hand in der „bocca della veritá“