Monday | 09. January 2012

Wulff und die Medien: "Bigotte Schlammschlacht" - Prof. Weichert kommentiert auf 3sat

Interview bei 3sat Kulturzeit und Gastkommentar für Meedia: Journalistikprofessor Stephan Weichert analysiert "mediale Bruderschaften" in der Kreditaffäre um Bundespräsident Wulff.


"Systemfehler" nennt Stephan Weichert die aktuell sichtbaren Auswüchse der Freundschaften und Kungeleien zwischen Politikern und Journalisten in der sogenannten "Kreditaffäre" um Bundespräsident Christian Wulff. In seinem Interview bei 3sat Kulturzeit spricht er von einem Versagen des kritischen Medienjournalismus. Allgemein habe insbesondere in Berlin die Vermischung der Sphären eine neue und bedenkliche Qualität angenommen.

 

Bereits vorher meldete Weichert sich mit einem Gastkommentar zu dem Thema auf www.meedia.de zu Wort. Als habe man ein Schwarzbuch Journalismus vor sich: Unter dem Titel "Liebesentzug von Medien und Öffentlichkeit" reflektiert Stephan Weichert für das Fach-Portal in einer scharfen Kritik die Rolle und Professionalität der Journalisten in dieser "bigotten Schlammschlacht".

 

Der Journalistikprofessor kritisiert deutlich mangelnde journalistische Sorgfalt, die sich in Sensationslust, oberflächlicher Berichterstattung und "Simulation politischer Interviews" zeige. Den Hauptstadtjournalisten attestiert er eine Getriebenheit durch die Web 2.0-Community.

 

Prof. Dr. Stephan Weichert ist Professor für Journalistik an der MHMK und stellv. Leiter des Studiengangs am Campus Hamburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört der Hauptstadtjournalismus, den er auch im Buch "Die Meinungsmacher" (Campe) zusammen mit Leif Kramp beschrieb. Ausbildungsziel im praxisnahen Studiengang Journalistik an der MHMK ist ein fundierter Qualitätsjournalismus. (jsc)

Spart nicht an Kritik für Kollegen, Prof. Stephan Weichert, der am Campus Hamburg der MHMK Journalistik lehrt.